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Ribbeck ... Grabungsstätte für Archäologen

An der Nordgrenze der Nauener Grundmoränenplatte in Nordhanglage wurde ein Ausschnitt eines vielperiodigen ur- und frühgeschichtlichen Siedlungsareals von 6900 qm Größe bauvorbereitend in zwei Abschnitten, in 56 Arbeitstagen, von Norden beginnend, untersucht.

Eine grabenartige Struktur von 10-12 m Breite zog sich der Hangneigung folgend in N-S-Richtung durch die gesamte Fläche. Zunächst als geologische Bildung angesprochen, häuften sich später Hinweise auf anthropogene Entstehung. Zur Zeit spricht wieder einiges für eine ursprüngliche Entstehung als Schmelzwasserrinne, bei allerdings umfangreichen sekundären Bodeneingriffen in Neolithikum und Bronzezeit.

Aus der oberen humosen Einfüllung des „Grabens“ stammen zahlreiche Feuersteinartefakte, darunter eine retuschierte Spitzklinge (wohl Rössener Kultur) und eine Flintbeilklinge vom KAK-Typ sowie neolithische Scherben der Rössener Kultur (um 4300 v. Chr.), der Trichterbecherkultur (um 3800 v. Chr.) und der Kugelamphorenkultur (um 2800 v. Chr.).
Ein größerer, hausgrubenartiger Befund enthielt drei rekonstruierbare Gefäße der Trichterbecherkultur, eine Knochenspitze sowie zerschlagene Rinderknochen.

Zwei zylindrische Gruben der frühbronzezeitlichen Aunjetitzer Kultur (um 2000 v. Chr.) erbrachten u. a. Scherben von „Riesenbechern“ (Leistenkeramik), ein zylindrisches Webgewicht und zahlreiche Muschelschalen.
Der überwiegende Teil der insgesamt 582 dokumentierten Befunde (Gruben und Pfostenlöcher) gehört zu einer Siedlung der frühen Jungbronzezeit (12. Jh. v. Chr.), darunter ein relativ sicherer und mehrere wahrscheinliche Hausgrundrisse. Ein bemerkenswerter Fund dieser Periode ist ein Tonlöffel.

Zahlreiche zylindrische Gruben enthielten Keramik der jüngsten Bronzezeit (10.-8. Jh. v. Chr.).

Im Fundmaterial sind weiterhin die Spätlatènezeit (1. Jh. v. Chr.), die frühe römische Kaiserzeit (1. und 2. Jh. n. Chr.; 2 Grubenhäuser) und die späte römische Kaiserzeit (3. und 4. Jh. n. Chr.; 1 Grubenhaus) vertreten.

Frühkaiserzeitlich sind weiterhin wohl eine eingetiefte, mehrmals benutzte Eisenschmelzanlage (darin viel Schlacke und ein Knochenkamm), zwei Hundebestattungen, Lehmentnahmegruben, zwei Brenngruben und zwei Gruppierungen gering eingetiefter ovaler Steinpackungen.

Entgegen ursprünglicher Annahme gibt es keine großen ebenerdigen kaiserzeitlichen Pfostenhäuser (Wohnstallhäuser). Die vielen dokumentierten Pfosten dürften zum allergrößten Teil in die Bronzezeit gehören. Offenbar handelt es sich hier in der frühen Kaiserzeit um ein reines Werkplatzareal. Die Wohnhäuser dazu sind in der Nachbarschaft zu suchen.

pdfAbschlussbericht des Archäologen-Teams15.81 MB

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